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Adipositas: Diese Schweregrade gibt es

Autor: Blog-Redaktion, 30. Juli 2021

Adipositas ist eine Erkrankung mit vielen unterschiedlichen Ursachen. Adipositas beschreibt eine über übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im menschlichen Körper, die die Gesundheit beeinträchtigen kann. Laut WHO, der Weltgesundheitsorganisation, sind Übergewicht und Adipositas wichtige Risikofaktoren für eine Reihe von chronischen Krankheiten, darunter Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Fettleibigkeit kann auch zu psychischen Problemen wie z.B. Depressionen und geringes Selbstwertgefühl führen.

Der Body-Mass Index: Wie wird der BMI berechnet?

Die medizinische Standard-Definition der Adipositas richtet sich nach der Höhe des Body-Mass-Index (BMI)- Wertes. Der BMI ist dabei ein einfacher Index des Verhältnisses von Gewicht zu Körpergröße, der üblicherweise zur Klassifizierung von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Erwachsenen verwendet wird. Er ist definiert als das Gewicht einer Person in Kilogramm geteilt durch das Quadrat ihrer Körpergröße in Metern (kg/m2). 

Die Definition der Weltgesundheitsorganisation lautet:

  • BMI größer oder gleich 25 gilt als Übergewicht
  • BMI von 30 oder mehr gilt als fettleibig

Der Body-Mass-Index (BMI) gilt als das globale Messinstrument für die Bestimmung von "Unter-", "Normal-" und "Übergewicht" und hat sich in Expertenkreisen durchgesetzt. Er ist allerdings nur eine grobe Orientierung, da er nicht das Verhältnis von Körperfett- und Muskelmasse berücksichtigt. Menschen, die sehr muskulös sind, können z.B. auch einen hohen BMI haben können, ohne viel Fett zu haben. Aber für die meisten Menschen ist der BMI ein nützlicher Hinweis darauf, ob sie ein gesundes Gewicht haben.

Die Adipositas Schweregrade: Was beinhalten die einzelnen Stufen?

Laut der Adipositas Gesellschaft sind in Deutschland rund zwei Drittel (67%) der Männer und die Hälfte der Frauen (53%) übergewichtig (BMI größer oder gleich 25 kg/m2). Ein Viertel der Erwachsenen sind stark übergewichtig (adipös, BMI größer oder gleich 30 kg/m2), also 23% der Männer und 24% der Frauen. Die Häufigkeit von Adipositas hat in den letzten zwei Jahrzehnten weiterhin zugenommen, insbesondere bei Männern und im jungen Erwachsenenalter.

Es gibt drei Schweregrade der Fettleibigkeit bei Erwachsenen anhand des BMI-Wertes. Jeder dieser Grade spiegelt den Schweregrad der Adipositas wider, und dieser wiederum ist ein starker Indikator für mögliche Komplikationen, die sich aus dem jeweiligen Adipositas-Grad ergeben können.

Präadipositas (Vorstufe zur Adipositas)

Die Prä-Adipositas gilt als Vorstufe zur Adipositas und ist definiert über die BMI-Werte von 25,1 bis 29,9 kg/m2. Sie beschreibt das eigentliche Übergewicht. Dieses Übergewicht ist in der Regel nur mit wenigen Krankheiten assoziiert. 

Adipositas Grad 1

Die Adipositas Grad 1 ist durch einen BMI von 30 bis 34,9 kg/m2 definiert. Ab dieser Stufe spricht man von einem krankhaften Übergewicht. Für Betroffene ab einem BMI von 30 steigen die Risiken für gewichtsbedingte Erkrankungen. Dazu zählt vor allem das Auftreten einer Typ-2- Diabetes.

Adipositas Grad 2

Die Adipositas Grad 2 wird durch einen BMI von 35 bis 39,9 kg/m2 beschrieben. Mit zunehmender Fettleibigkeit steigt weiterhin das Risiko für Folgeerkrankungen. In dieser Stufe ist das Risiko, an Folgeerkrankungen zu leiden, hoch. Es sollten daher unbedingt Maßnahmen zur Gewichtssenkung eingeleitet werden.

Adipositas Grad 3 (morbide Adipositas)

Die Adipositas Grad 3, auch Adipositas permagna, liegt bei einem BMI von 40 kg/m2 oder mehr vor. Diese Stufe wird auch morbide Adipositas genannt, da diese sehr schwere Form der Adipositas mit einer deutlichen Verkürzung der Lebenserwartung einhergeht. Ist man mit einem mittleren Alter zwischen 25 und 35 Jahren bereits an einer Adipositas Grad 3 erkrankt, sinkt die Lebenserwartung durchschnittlich um 5 Jahre. Ursachen für die verminderte Lebenserwartung sind Folgeerkrankungen, die aufgrund der Adipositas mit einem deutlich erhöhten Risiko auftreten. 

Adipositas bei Kindern wird unter Berücksichtigung von Entwicklungsstand, Alter und Größe bestimmt. Hier gelten Alterstabellen, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für Jungen und Mädchen zur Verfügung stellt. Kinder mit Übergewicht haben ein hohes Risiko für eine Adipositas im Erwachsenenalter, die wiederum die eigenen Kinder wesentlich prägen wird. Menschen mit Adipositas sind häufig chronisch krank, haben Diabetes-Typ-2 und Herzprobleme, leiden unter einer eingeschränkten Lebensqualität und haben insgesamt eine nachweisbar geringere Lebenserwartung.

Adipositas und Essstörungen

Adipositas kann durch vielerlei Ursachen hervorgerufen werden: durch genetische Faktoren, Krankheiten, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente und durch dauerhafte falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Alle diese Formen der Adipositas haben jedoch zunächst nichts mit Essstörungen zu tun.

Eine Essstörung liegt dann vor, wenn das Übergewicht dadurch entsteht, dass der Betroffene über längere Zeit hinweg das Essen nicht als Nahrungsmittel, sondern als Sucht- und Ersatzmittel (miss-)braucht. Dabei isst der Betroffene immer wieder ohne Hungergefühl bzw. über die Sättigung hinweg, um sich zu trösten, zu beruhigen oder Ähnliches. In diesem Fall sprechen wir von einer „psychogenen Adipositas. Das kann in Form des Binge Eating (Esssucht) oder auch in Form von dem sogenannten „Grasen“ (Übermäßiges Essen über den gesamten Tag verteilt) oder sogar auch regelmäßigen Mahlzeiten sein, die zwei und mehr Portionen beinhalten.

Menschen, deren Adipositas aus psychischen Gründen besteht, brauchen therapeutische Unterstützung als Begleitung zur Entwicklung eines gesunden Ess- und Bewegungsverhaltens. Abnehm-Kuren und Diäten sind hier keine Lösung und verstärken den Teufelskreis von Essen als Ersatz, Gewichtszunahme, sozialem Rückzug, Depressionen – und wiederrum Essen, um sich zu trösten.

Je nach Ursache sind unterschiedliche Therapien angezeigt. Das primäre Ziel ist zu einem die Gewichtsreduktion. Zum anderen die Auseinandersetzung mit den psychischen Hintergründen des Übergewichts und das Erkennen der eigenen Gewohnheiten und Verhaltensweisen.

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