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Binge-Eating Ursachen: Mögliche Gründe für die Essstörung

Esssucht: Eine Essstörung mit Essanfällen

Autor: Blog-Redaktion, 07. Juli 2021

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Die Binge-Eating-Störung (engl. Binge Eating Disorder/BED) ist eine Essstörung und ernsthafte psychische Erkrankung. Dabei nehmen Menschen periodisch sehr große Mengen an Nahrung zu sich, ohne das Gefühl, die Kontrolle über ihr Handeln zu haben. 

Die Binge-Eating-Störung kann jeden betreffen, unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder Herkunft. Sie ist noch deutlich weniger erforscht als Bulimie oder Magersucht. Die Binge-Eating-Störung gilt als häufigste Essstörung und ist erheblich verbreiteter als andere Essstörungen.

Wenn die Kontrolle über Essen verlorengeht

Menschen mit einer Binge-Eating-Störung essen große Mengen an Nahrung über einen kurzen Zeitraum (genannt Binge-Eating/Essattacke). Im Unterschied zur Bulimie erbrechen sie nicht und manchmal fasten sie zwischen den Essanfällen. 

Bei BED geht es nicht darum, übermäßig bzw. große Portionen zu essen. Essanfälle sind sehr belastend und beinhalten oft eine viel größere Menge an Nahrung, als man eigentlich essen möchte. Die Betroffenen empfinden es als schwierig, aufzuhören, auch wenn sie es gern möchten. 

Es gibt viele Ursachen, die dazu führen können, dass jemand den Zwang verspürt, zu viel zu essen. Dazu gehören beispielsweise belastende oder schwerwiegende persönliche Gefühle, wie Niedergeschlagenheit, Langeweile, Wut, Aufregung oder Angst. Aber auch familiäre Probleme, Suchterkrankungen in der Familie, und Missbrauch können weitere beeinflussende Faktoren sein. 

Binge-Eating kann aber auch auftreten, wenn man glücklich oder aufgeregt ist. Manchmal ist die Essattacke auch geplant und wird nicht durch einen plötzlichen Drang ausgelöst. Dies kann aus einer Vielzahl von Gründen geschehen, z. B. um Emotionen zu betäuben, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen oder weil man alleine ist. 

Psychologen gehen davon aus, dass unangenehme Empfindungen während des Essvorgangs unterdrückt werden. Demnach handelt es sich bei „Binge Eating“ um eine Form von Vermeidungsverhalten.

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Mögliche Anzeichen einer Binge-Eating-Störung erkennen

Zu den typischen körperlichen Anzeichen und Verhaltensmerkmalen eines Binge-Eating-Anfalls können u.a. gehören:

  • Wiederholte unkontrollierte Essanfälle
  • Sehr schnelles Essen
  • Essen, wenn man nicht hungrig ist
  • Essen, bis ein unangenehmes Völlegefühl eintritt
  • Vermeiden des Essens in Gegenwart anderer
  • Organisation des Lebens um die Essanfälle herum
  • Sozialer Rückzug und Isolation
  • Viel oder die meiste Zeit über Essen nachdenken
  • Kontrollverlust über das Essen
  • Schamempfinden über ihren Kontrollverlust während und nach dem Binge Eating
  • Oft (wenn auch nicht immer) Gewichtszunahme
  • Blähungen, Verstopfungen, Magenprobleme
  • Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Typ-2-Diapetes 

Die Binge-Eating-Störung wird mit einem geringen Selbstwertgefühl und mangelndem Selbstvertrauen, psychischen Problemen wie vor allem Depressionen und Angstzuständen in Verbindung gebracht. Etwa die Hälfte der Betroffenen litten oder leiden unter Depressionen. Es ist bisher nicht geklärt, ob die Depression die Esssucht hervorruft oder umgekehrt.

Wie bei anderen Essstörungen sind es wahrscheinlich Veränderungen im Verhalten und in den Gefühlen, die die Betroffenen zuerst bemerken, bevor sich körperliche Symptome bemerkbar machen. 

Die Binge-Eating-Störung kann jeden treffen. Bei Erwachsenen tritt sie häufiger auf als bei jüngeren Menschen und beginnt oft im Alter von 20 Jahren oder älter. Sie kann sich aus einer anderen Essstörung entwickeln oder in diese übergehen.

Eine mögliche Folge der Binge-Eating-Störung ist, dass die Person übergewichtig oder fettleibig wird. Es ist jedoch möglich, an einer Binge-Eating-Störung zu leiden und gleichzeitig im gesunden Gewichtsbereich zu sein.

Rat und Hilfe bei einer Binge-Eating-Störung für Betroffene

Es ist normal, Trost im Essen zu suchen. Es gibt keinen Grund zur Sorge, wenn dies nicht sehr oft vorkommt und ohne dass man sich außer Kontrolle, verzweifelt oder schuldig fühlt. Bei der Binge-Eating-Störung ist die Häufigkeit, die Art und der emotionale Aspekt der Essanfälle entscheidend. 

Die wichtigste Aufgabe ist es herauszufinden, ob tatsächlich eine Essstörung vorliegt. Und zwar immer dann, wenn sich im Leben der Betroffenen wirklich alles nur noch ums Essen dreht - was eine hohe Belastung für Geist und Körper bedeuten kann. 

Wer selbst oder als Angehöriger von Menschen mit Essstörungen betroffen ist, sollte sich auf gar keinen Fall davor scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das gilt natürlich auch für Männer, deren Hemmschwelle, sich professionelle Hilfe zu holen, oft viel größer ist als bei Frauen. 

In den Beratungsstellen für Essstörungen des Therapienetz Essstörungen sind die ersten fünf Beratungen für Betroffene, aber auch deren Eltern, Freunde, Bekannte und Ehepartner kostenlos. Welcher Therapieansatz letztlich der richtige ist, muss für jeden einzelnen herausgefunden werden.

Weiterführende Informationen sind u.a.  hier zu finden:

Binge-Eating-Störung | BZgA Essstörungen (bzga-essstoerungen.de)

Binge-Eating-Disorder - Bundes Fachverband Essstörungen (bundesfachverbandessstoerungen.de)

Häufig gestellte Fragen

Was sind die häufigsten Ursachen für Binge Eating?
Binge Eating entsteht meist durch ein Zusammenspiel aus psychischen, emotionalen und gesellschaftlichen Faktoren. Häufig spielen Stress, geringes Selbstwertgefühl oder belastende Erfahrungen eine wichtige Rolle. Auch ein gestörtes Verhältnis zum Essen kann die Entwicklung der Essstörung begünstigen.

Welche psychischen Faktoren können Binge Eating auslösen?
Psychische Belastungen wie Angst, Einsamkeit, Überforderung oder depressive Verstimmungen gehören zu den häufigen Auslösern von Binge Eating. Viele Betroffene nutzen Essen als Bewältigungsstrategie für unangenehme Gefühle. Dadurch entsteht oft ein Kreislauf aus Essanfällen, Schuldgefühlen und erneutem emotionalem Essen.

Wie hängt emotionales Essen mit Binge Eating zusammen?
Beim emotionalen Essen wird Nahrung genutzt, um Stress, Traurigkeit oder innere Leere kurzfristig zu regulieren. Wenn dieses Verhalten regelmäßig mit Kontrollverlust und starkem Leidensdruck verbunden ist, kann es ein Hinweis auf eine Binge-Eating-Störung sein.

Welche Rolle spielen Diäten bei der Entstehung von Binge Eating?
Strenge Diäten und starke Verbote können das Risiko für Essanfälle erhöhen, weil sie körperlichen und psychischen Druck erzeugen. Viele Betroffene erleben nach Phasen des Verzichts ein Gefühl des Kontrollverlusts beim Essen. Dadurch kann ein belastender Wechsel zwischen Einschränkung und Essanfällen entstehen.

Woran erkennen Betroffene, dass sie an Binge Eating leiden könnten?
Typisch sind wiederkehrende Essanfälle, bei denen große Mengen Nahrung in kurzer Zeit konsumiert werden und das Gefühl besteht, die Kontrolle zu verlieren. Häufig treten danach Scham, Schuldgefühle oder heimliches Essen auf. Anders als bei anderen Essstörungen folgen meist keine regelmäßigen Gegenmaßnahmen wie Erbrechen oder exzessiver Sport.

Welche Folgen kann Binge Eating langfristig für Körper und Psyche haben?
Langfristig kann Binge Eating sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit stark belasten. Möglich sind unter anderem Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen sowie ein verstärktes Gefühl von Scham oder sozialem Rückzug. Ohne Unterstützung kann sich die Essstörung dauerhaft auf Lebensqualität und Selbstwert auswirken.

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