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Mit Kunst auf Essstörungen aufmerksam machen

Leben mit einer psychischen Erkrankung

Autor: Blog-Redaktion, 28. Oktober 2021

Mittlerweile wird deutlich, dass psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie stark zugenommen haben. Dies trifft besonders auf Essstörungen zu.  Anorexie, Bulimie, Binge Eating beschreiben häufige Formen schwerwiegender Essstörungen. Ein kreativer Umgang mit der Erkrankung kann Betroffenen dabei helfen, ein seelisches Ungleichgewicht wieder in Einklang zu bringen.

Ein Thema, das Aufmerksamkeit braucht

Anlässlich der Woche der mentalen Gesundheit sind seit Oktober künstlerische Arbeiten von Patientinnen mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Borderline-Persönlichkeitsstörung und Essstörungen zu sehen. Die interaktive Kunstausstellung „Seelenausbruch“, die in Pfaffenhofen und nun auch in Ingolstadt besucht werden kann, ist eine Kooperation vom Therapienetz Essstörung und der Danuvius Klinik. Die Ausstellung zeigt dabei unter anderen Arbeiten von Patientinnen aus dem Therapienetz.

„Wir wollten mit dieser Ausstellung besonders auf unterschiedliche psychische Erkrankungen aufmerksam machen, wobei unser Fokus auf dem inneren Erleben der betroffenen Personen liegt, oder einfacher ausgedrückt: Wie fühlt sich eine psychische Erkrankung wie z.B. eine Essstörung für Betroffene an?“, so Sonja Tworek, Leiterin der Kreativ- und Bewegungstherapie in der Danuvius Klinik Pfaffenhofen. Der künstlerischen Fantasie der Betroffenen waren daher keine Grenzen gesetzt und es gab keine weiteren Vorgaben, wie die Kunstwerke rund um das Thema „Seelenausbruch“ gestaltet werden sollten.

Die künstlerischen Arbeiten sind noch bis Mitte November im Bürgerhaus in Ingolstadt zu sehen. Die Werke zeigen dem Betrachter eindrücklich, wie einzigartig und unterschiedlich Essstörungen von den Betroffenen empfunden und erlebt werden.

„Dies zeigt deutlich, dass ein empathischer, sensibler und vor allem individueller Umgang mit der Essstörungs-Thematik notwendig ist. Denn hinter jeder Essstörung steht eine ganz persönliche Geschichte “, betont Marie Hofmann, Beraterin am Standort Ingolstadt Therapienetz Essstörung. „Das Therapienetz Essstörung gibt es seit 2009. Seit unserer Gründung haben wir zahlreiche Menschen auf ihrem Weg aus der Essstörung begleitet. Wir wissen um die passenden Hilfs- und Therapiemöglichkeiten und können auf diesem Weg begleiten.“

Marie Hofmann, Therapienetz Essstörung (links) und Sonja Tworek, Danuvius Klinik (rechts)

„Wir freuen uns sehr, über die intensive Zusammenarbeit mit der Danuvius Klinik, vor allem Frau Sonja Tworek. Besonders möchte ich mich aber bei meinen drei Patientinnen bedanken, die so mutig waren, uns an ihrem Innenleben teilhaben zu lassen“, so Marie Hofmann.

Die Ausstellung kann aktuell noch bis zum 11. November 2021 im Bürgerhaus Ingolstadt besichtigt werden (Öffnungszeiten Mo-Fr 8:30-23 Uhr und Sa 18-23 Uhr).

Wenn Essen oder Nicht-Essen Ihr Leben bestimmt, oder Sie jemanden kennen, der von einer Essstörung betroffen ist und Hilfe benötigt, dann wenden Sie sich an unsere Beratungsstellen im Therapienetz Essstörung.

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