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Emetophobie: Über Angst vor Erbrechen und Essstörungen

Was die Angst vor dem Erbrechen mit Essstörungen zu tun hat

Autor: Blog-Redaktion, 03. Februar 2022

Jeder Mensch empfindet eine gewisse Abscheu oder Ekel, wenn man andere erbrechen sieht oder sich selbst erbricht. Für Menschen, die unter Emetophobie leiden, kann dies zu Problemen führen, die ihr ganzes Leben beeinträchtigen und andere Krankheiten, wie z. B. Essstörungen, zur Folge haben können.

Was ist Emetophobie?

Emetophobie ist die Angst vor Erbrechen. Menschen, die unter Emetophobie leiden, geraten in einen Zustand der Angst und Panik, wenn sie sich selbst erbrechen oder sehen, wie jemand anderes erbricht. Emetophobie wird daher als eine spezifische Form der Phobie definiert, die sich speziell auf das Erbrechen bezieht.

Menschen, die mit Emetophobie oder Angst vor Erbrechen zu kämpfen haben, fürchten sich möglicherweise vor dem Kontrollverlust, der mit dem Erbrechen verbunden ist, z. B. davor, dass Ihnen in der Öffentlichkeit übel wird.

Ursachen für Emetophobie

Eine genaue Ursache für die Angst vor dem Erbrechen ist bislang nicht bekannt. Emetophobie kann Menschen jeden Geschlechts und jeden Alters betreffen, tritt aber eher bei Personen auf, die ein traumatisches Ereignis erlebt haben, das mit Erbrechen verbunden war.

Symptome

Personen, die mit Emetophobie zu kämpfen haben, können bestimmte Anzeichen und Symptome aufweisen, die auf diese intensive Phobie vor dem Erbrechen zurückzuführen sind. Zum Beispiel kann eine Person mit Emetophobie übermäßige Reinlichkeit an den Tag legen, um zu verhindern, dass sie krank wird. Die Betroffenen können auch häufig Angstzustände haben, vor allem an öffentlichen Orten oder bei bestimmten gesellschaftlichen Ereignissen, und sie können den Kontakt mit anderen Menschen ganz vermeiden. Isolation scheint für Betroffene eine Lösung zu sein, um die Angst zu umgehen.

Eine Person, die unter Emetophobie leidet, schränkt unter Umständen ihre Aktivitäten im Freien ein, z. B. beim Essen in Restaurants, im Umgang mit Kindern, beim Fliegen und auf Reisen, oder sie vermeidet sogar eine Schwangerschaft aus Angst vor Erbrechen.

Betroffene zeigen häufig Anzeichen von Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüchen, Herzklopfen und Schmerzen in der Brust.

Essstörungen und Emetophobie

Manche Menschen mit Emetophobie, insbesondere solche, die bereits anfällig für eine Essstörung sind, können aufgrund ihrer Phobie vor dem Erbrechen eine abnorme Beziehung zum Essen entwickeln. Betroffene haben auch mit einer Angst vor dem Essen zu kämpfen oder machen sich übermäßig Sorgen, dass ihnen bei bestimmten Lebensmitteln schlecht wird oder sie sich übergeben müssen. Dies kann dazu führen, dass sie bestimmte Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen einschränken, was zu Unterernährung und extremem Gewichtsverlust führen kann.

Auch wenn Menschen mit Emetophobie die Nahrungsaufnahme nicht als Mittel zur Gewichtsabnahme einschränken, können sie unter den gleichen Folgen leiden wie Menschen, die an Magersucht leiden, wie z. B. kardiovaskuläre Komplikationen, Osteoporose und mehr.

Die Angst, beim Essen die Kontrolle zu verlieren und sich zu übergeben, kann Menschen zu sehr ungesundem Essverhalten führen. Sie lassen z. B. Mahlzeiten ausfallen oder übergeben sich aufgrund der plötzlichen Überfüllung, was sie wiederum von der regelmäßigen gesunden Nahrungsaufnahme abhält. Ein Teufelskreis beginnt.

Obwohl Emetophobie und Essstörungen sich in manchen Symptomen überschneiden, gibt es Unterschiede. Sie erfordern verschiedene, professionelle Hilfe und Aufmerksamkeit. Deshalb ist es wichtig, alle Symptome während eines Arztbesuchs zu besprechen, um Fehldiagnosen zu vermeiden und das Gesamtbild zu erkennen.

Wie wird Emetophobie behandelt?

Im Gegensatz zu anderen Phobien kann der Betroffene nicht direkt mit der Angst konfrontiert werden.  Um der oft selbst auferlegten Isolation der Betroffenen entgegenzuwirken, empfiehlt sich eine Verhaltenstherapie.

Das Institut für Psychotherapie empfiehlt die sogenannte Bernhardt-Methode. Diese Methode wurde speziell für Menschen mit verschiedenen Angst- und Panikzuständen entwickelt. Sie basiert auf den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung, ist einfach zu verstehen und umzusetzen und eignet sich daher sowohl für die Selbsthilfe als auch für Coaching und Therapie.

Die Expositionstherapie ist ein Verfahren der Verhaltenstherapie, das bei der Behandlung von Angststörungen eingesetzt wird. Sie wird vor allem bei Phobien eingesetzt, die dadurch gekennzeichnet sind, dass Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen oder Objekte hervorgerufen wird. Die Betroffenen lernen hierbei, sich dem Angst auslösenden Reiz aussetzen (exponieren) zu können.

 

Ziel der meisten Behandlungen ist es, den Patienten die Möglichkeit zu geben, sich wieder ohne Einschränkungen und Beschwerden im öffentlichen Raum aufzuhalten.

Wenn Sie sich oder jemanden, den Sie kennen, in diesem Beitrag wiedererkennen, ist das vielleicht der erste Schritt! Essstörungen und Phobien werden nicht selten von anderen Erkrankungen begleitet. Durch unser Netzwerk von Therapeuten, Ärzten, Kliniken können wir gemeinsam herausfinden, welche nächsten Schritte für Sie am besten geeignet sind.

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