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Depression und Essstörung: Gefährliche Kombination

Unterschiede, Diagnose und Behandlung

Autor: Blog-Redaktion, 11. August 2022

Essstörungen und Depressionen treten häufig Hand in Hand auf. Betroffen sind vor allem Jugendliche (siehe Quelle). Denn in dieser wichtigen Lebensphase suchen sich viele ein Vorbild. Sie orientieren sich an ungesunden und unrealistischen Schlankheitsidealen. Das wiederum kann das Essverhalten beeinflussen.

Betroffene, die eine Essstörung entwickeln, streben nach Perfektionismus. Sie wollen Kontrolle übernehmen und fühlen sich gleichzeitig nie gut genug. Dazu kommt eine innere Leere, die oft ein Erkennungsmerkmal einer Depression ist. 

Unterschiede und Zusammenhänge

Eine Essstörung und eine Depression treten oft zusammen auf. Typisch ist, dass sich beide Erkrankungen gegenseitig verstärken. 

Eine Depression und auch eine Essstörung sind schwere psychische Erkrankungen, die in jedem Alter auftreten können. Bei einer Depression fühlen sich die Betroffenen sehr niedergeschlagen, verlieren ihre Interessen, sind erschöpft und antriebslos. Die Krankheit besteht über längere Zeit und bessert sich ohne Behandlung meist nicht von alleine (siehe Quelle).

Ein Anzeichen für eine Depression mit Essstörung ist, dass sich der oder die Betroffene gerne überisst (die innere Leere füllen), um das Essen anschließend zu erbrechen (sich zu erleichtern). Diese Art von Essstörung wird Binge-Eating genannt. 

Dieser Kreislauf von Überessen, Erbrechen und Hungern gibt den Menschen ein Gefühl von Kontrolle und Macht. Es lenkt von dem emotionalen Schmerz kurzzeitig ab. Langfristig führt dieses Verhalten jedoch zu einer Verstärkung der Depression, da die negativen Gefühle verdrängt werden. Ebenso bekräftigt durch das Schamgefühl, trauen sich Betroffene nicht, darüber zu sprechen. Die tatsächlichen Themen, die hinter der psychischen Erkrankung liegen können, werden nicht angesprochen.

Depressionen sind nicht gleich auf den ersten Blick erkennbar. Einsamkeit verstärkt negative Gefühle wie Hoffnungslosigkeit und innere Leere und Isolation löst nicht selten eine Depression aus. Wenn jemand, der an Depressionen leidet, schlagartig fröhlich ist, kann das auch ein Alarmzeichen sein.

Ist die Person häufig Stress und Druck ausgesetzt, wie beispielsweise dem Schulstress, kann dies ggf. eine Depression verursachen. Diese ist oft gepaart mit körperlichen Symptomen, wie Kopf- oder Bauchschmerzen. Manche Menschen essen dann, um sich zu entspannen, und nehmen zu. Andere bekommen durch Stress keinen Bissen herunter und nehmen ungewollt ab.

Was kann Depressionen noch mit sich bringen?

Depressive Episoden treten nicht selten gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen auf. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Angststörung handeln. Depressionen korrelieren häufig mit übersteigerten Ängsten und Panikattacken auf. Ebenfalls können sich Zwangsstörungen, Schlafstörungen, ein zunehmender Missbrauch von Suchtmitteln, wie Alkohol und Drogen, sowie Psychosen entwickeln. 

Psychosen, wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen, findet man jedoch meistens nur bei schweren Fällen von Depressionen. Sie können sich aber auch als eigenständiges Störungsbild entwickeln.

Was kann man dagegen tun?

Bevor man etwas gegen Depression und Essstörung tun kann, muss der oder die Betroffene die depressive Stimmung und das gestörte Essverhalten zuerst selber als solches wahrnehmen. Die Selbsterkenntnis ist also der erste Schritt zur Besserung. 

Danach ist es ratsam, sich Hilfe und Unterstützung zu holen. Ein Gespräch mit einer vertrauten Person ist der nächste Schritt. Professionelle Hilfe ist der effektivste Weg, um aus der Spirale von negativen Gedanken und gestörtem Essverhalten herauszukommen. Mögliche Therapien können im Rahmen einer Ernährungstherapie sowie einer Psychotherapie stattfinden. Bei schwereren Verläufen kann auch ein ambulanter oder stationärer Aufenthalt in einer Klinik oder eine therapeutische Wohngruppe eine gute Unterstützung sein. Unser Angebot bietet Ihnen weitere Möglichkeiten wie: Informationsveranstaltungen und Seminaren bis hin zu Beratungsgesprächen.

Falls Sie von Depressionen und Essstörungen betroffen sind oder jemanden kennen, auf wen die oben genannten Faktoren zutreffen, scheuen Sie nicht, Hilfe zu suchen. Schon bei ersten Anzeichen einer Essstörung können Sie einiges tun, um dieser vorzubeugen.

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