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ARFID

ARFID steht für Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder. Im Deutschen wird die Störung häufig als vermeidend-restriktive Ernährungsstörung bezeichnet. Gemeint ist eine Essstörung, bei der Betroffene bestimmte Lebensmittel oder das Essen insgesamt stark vermeiden oder einschränken.

ARFID ist in der ICD-11 als eigene Essstörung aufgeführt. In Deutschland wird für die medizinische Kodierung derzeit aber noch die ICD-10-GM verwendet. Die ICD-11 wird hier voraussichtlich erst in den kommenden Jahren verbindlich eingeführt.

Bei ARFID vermeiden oder beschränken Betroffene ihre Nahrungsaufnahme so stark, dass sie zu wenig oder zu einseitig essen. Das kann zu Gewichtsverlust, Wachstums- oder Entwicklungsverzögerungen, Nährstoffmängeln, körperlichen Beschwerden oder einer Abhängigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln bzw. Sondenernährung führen. Auch der Alltag kann deutlich beeinträchtigt sein, etwa in der Familie, in Schule, Ausbildung, Studium, Beruf oder in sozialen Situationen rund um gemeinsames Essen.

Im Unterschied zu Anorexie oder Bulimie steht bei ARFID nicht die Sorge um Gewicht, Figur oder Körperbild im Vordergrund. Häufige Auslöser oder aufrechterhaltende Faktoren können sensorische Empfindlichkeiten gegenüber Geschmack, Geruch, Aussehen oder Konsistenz von Lebensmitteln sein, ein geringes Interesse am Essen oder die Angst vor unangenehmen Folgen wie Verschlucken, Erbrechen oder Bauchschmerzen.

ARFID kann Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreffen. Bei Kindern kann die Störung zunächst wie stark wählerisches Essen wirken, geht aber deutlich darüber hinaus, wenn Gesundheit, Entwicklung oder soziale Teilhabe beeinträchtigt sind. Auch im Jugend- und Erwachsenenalter kann ARFID bestehen bleiben oder zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führen.

Die Behandlung sollte individuell und fachlich begleitet erfolgen. Je nach Symptomatik können psychotherapeutische, ernährungstherapeutische, medizinische und familientherapeutische Ansätze sinnvoll sein. Da ARFID ein vergleichsweise junges Diagnosekonzept ist, entwickelt sich die Forschung weiter. Wichtig sind daher eine sorgfältige Diagnostik, die Abklärung körperlicher Folgen und eine interdisziplinäre Einschätzung.

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